Gräbner erklärte die Situation so: Durch eine rechtzeitige Rehabilitation kann der Eintritt von Pflegebedürftigkeit verzögert oder gar verhindert werden. Trotz der eindeutigen gesetzlichen Vorgabe, „Reha vor Pflege“ finden solche Rehamaßnahmen nicht im nötigen Umfang statt. Durch die bestehende Trennung zwischen gesetzlicher Kranken- und Pflegeversicherung fehlt der ökonomische Anreiz für die GKV, in Leistungen zur Vermeidung von Pflege zu investieren. Der Beitragswettbewerb unter der GKV regt geradezu an, die Verantwortung für Versicherte an die Pflegeversicherung „abzugeben“.
Gräbner schlägt daher vor, es solle eine anteilige Verwendung von Gel-
dern der Pflegekasse für Leistungen der medizinischen Rehabilitation vorgesehen werden, um den Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und bestehende Pflegebedürftigkeit zu überwinden, zu mindern sowie eine Verschlimmerung zu verhindern.
Umsetzung des Wahlrechts stärken
Versicherte sollten, so der Verwaltungsleiter, zwischen den Rehabilitationseinrichtungen frei wählen können, auch wenn die Krankenkassen oder Rentenversicherungen keine einzelvertragliche Vergütungsvereinbarung mit der Rehabilitationseinrichtung haben. Häufig wird der Zugang zu den gewünschten Einrichtungen von den Kostenträgern aufgrund von nicht vorhandenen Vergütungsvereinbarungen abgelehnt. „Es kann nicht sein, dass Krankenkassen nur diejenigen Kliniken belegen, mit denen ein Individualvertrag abgeschlossen wurde“, ließ Verwaltungsleiter Gräbner die Abgeordneten wissen.
Welche Auswirkungen das Fehlen der Zivildienstleistenden haben wird, wollte Rainer Erdel wissen. „Sicherlich ein erhebliches Problem, nicht nur bei uns, doch wenn das „Freiwillige soziale Jahr“ für junge Menschen attraktiver gestaltet werden könnte, zum Beispiel durch Bonus- oder Rentenpunkte, so wäre dies sicherlich ein positiver Anreiz“ betonte Gräbner.
„Weil es nicht nur um körperliche Symptome, sondern um den ganzen Menschen geht, wollen wir den Patienten nicht nur behandeln, sondern in auch verstehen, begleiten und ermutigen“, versicherten der leitende Arzt Dr. Hans-Ulrich Linke und Diakonisse Hanne Klingelhöller, Leiterin des Pflegediensts, den Abgeordneten Rainer Erdel und Dr. Erwin Lotter, „dabei erweist sich immer wieder die seelsorgerliche Begleitung als Hilfe in der medizinischen Behandlung“.
Ein Rundgang durch die Klinik mit ihren medizinischen Einrichtungen rundete den informativen Besuch der Abgeordneten mit Cordula Schüer (Leiterin des Wahlkreisbüros in Ansbach) und der Klinikleitung ab.




