Thomas Hacker, der Oberliberale im Landtag, ist ein Mann, der nicht die große Show abzieht. Ganz in der Manier des Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers hält er sich an die Fakten und meidet Emotionen. Der Vorsitzende des FC Bayreuth ist nicht abgehoben. Ganz im Gegenteil: er macht Urlaub am Brombachsee, und zwar als Betreuer einer Gruppe von Jugendlichen aus „bildungsfernen“ Familien. „So erfährt man viel“, sagt er, „was notwendig ist im Land“.
Wenn auch seine Partei gegenwärtig in den Umfragen am Boden liegt, so hat er den Glauben an die Menschen nicht verloren, die Politik rational sehen und erkennen, was beispielsweise die bayerische Staatsregierung leistet. So nimmt er für die FDP in Anspruch, die Einrichtung von Kinderkrippen vorangetrieben zu haben. „Früher waren die in Bayern verpönt“, sagt er und erinnert an die Unionsstrategie von damals. Er spricht im Zusammenhang mit den offenen Ganztagsklassen von einem „Prozess der Erkenntnis“ beim Koalitionspartner, der nicht mehr aufzuhalten ist. Hacker will sich aber nicht profilieren, indem er den Koalitionspartner attackiert. Vielleicht ist das sogar sein Problem, dass er öffentlich nicht als „Wadlbeißer“ wahrgenommen wird. Stattdessen bekräftigt er: „Bayern ist in der Finanzkrise weniger tief abgerutscht und früher wieder rausgekommen.“ Seine Liberalen im Landtag sieht er als „Kraft der Vernunft mit einer ordnungspolitisch geraden Linie“. Dass Bayern heute wirtschaftlich glänzend da steht, spricht seiner Rede nach jedenfalls nicht gegen die Staatsregierung aus CSU und FDP.
Der Parteibasis rät der Fraktionschef, sich von Umfragen nicht irritieren und entmutigen zu lassen. In Bayern hätten die Liberalen nach dem etwas überraschenden Eintritt in die Staatsregierung gezeigt, dass sie auch ohne Probebühne das Land verändern könnten. „Wir müssen uns jedenfalls nicht vor der Opposition oder der CSU verstecken“, gibt sich Hacker selbstbewusst.
Der stellvertretende Landesvorsitzende der bayerischen FDP ist Realist: „Wir brauchen jetzt eine Konsolidierung auf Bundesebene. Rainer Brüderle macht den Neuanfang wahrnehmbar.“ Was die Landespolitik angeht, so hätten die Seinen „noch einiges in petto“. Und er vertraut darauf, dass die 31 Abgeordneten der Partei, die seit 2008 auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene tätig sind, als Team auftreten und „es schaffen“. Es, das ist das politische Überleben der Partei.
Der Bundestagsabgeordnete Rainer Erdel reklamiert die Aussetzung der Wehrpflicht für die FDP, denn schließlich sei das eine alte Forderung der Partei gewesen, noch bevor der Verteidigungsminister von der Union den Prozess eingeleitet habe.
„Wir sind als politische Kraft präsent und wollen Flagge zeigen“, begründet Sigrid Niesta-Weiser ihre Landratskandidatur. Sie will in dem kurzen Wahlkampf einen Schwerpunkt setzen, und der lautet: Wie kann der Landkreis noch familienfreundlicher werden? Und sie möchte das Problem nicht nur auf die Betriebe fokussieren, sondern sieht eine koordinierende Funktion des Kreises. Ohne sich weiter zu konkretisieren, sagt sie: „Unser Kreis ist lebenswert.“




